Sonntag, 17. Juni 2007

Handeln in einer konsumierenden Welt

Mensch & Umwelt- Handeln in einer konsumierenden Welt

Thema: Littering

1. Worin liegt die Betroffenheit des gewählten Aspektes?

Spätestens im Kindergarten haben wir gelernt, dass man Abfall nicht auf den Boden schmeisst sondern im Abfalleimer entsorgt. Unsere Eltern haben uns das gelernt, in der Schule wurden wir damit konfrontiert.

Der heutige Lebensstil ist geprägt von Stress und Hektik. Immer häufiger eilen die Menschen von Termin zu Termin. Dies beginnt schon am Morgen: Der moderne Mensch nimmt sein Frühstück im Speiserestaurant des Zuges ein. Am Mittag verpflegt er sich an irgendeinem Imbissstand – Zeit fürs Geniessen bleibt kaum da bereits das nächste Meeting winkt. Auf dem Weg dorthin wird der Fastfood verschlungen. Für das Auffinden eines Abfalleimers bleibt schlicht und einfach keine Zeit. Schon wieder knurrt der Magen, ein Sandwich und irgendetwas zu Trinken muss her.

Millionen von Menschen ergeht es so. Wir ernähren uns immer häufiger unterwegs. Daraus resultiert ein riesiger Berg von Abfall. Auf der einen Seite werden wir gezwungen, ein schnelles Leben zu führen, auf der anderen Seite wissen wir, dass diese mobile Verpflegung eine Menge Abfall hinterlässt, was uns betroffen macht.

Auch wir sind vielfach unterwegs und verpflegen uns irgendwo zwischen Tür und Angel. Wir sind uns bewusst, dass diese Art von Verpflegung nicht zur Nachhaltigkeit beiträgt. Was können wir dagegen unternehmen? Wie wäre es mit einem feinen Sandwich von zu Hause, verpackt in Tupperware? Oder gesundes Mineralwasser aus der Sportflasche? Zudem würde sich diese Variante auch positiv aufs Budget auswirken.

2. Analyse der Bedürfnisse

- Bedürfnis nach Konsumation à Fastfood, Fertigprodukte

- Bedürfnis nach schneller Entsorgung des Abfalls à keine Zeit zum Eimer suchen.

- Unterwegs essen à Im Auto, im Zug, während dem Gehen.

- Uneingeschränkt sein à keine Vorschriften, sich gegen das System wehren.

3. Analyse der Handlungsbedingungen

Vermehrt sind Kinder unterwegs und haben auch die finanziellen Mittel, sich etwas zu kaufen und somit zu konsumieren.
Verschiedene Verpflegungsmöglichkeiten schiessen wie Pilze aus dem Boden. Die Verlockung, zu konsumieren ist somit gross.
Oft hat man wenig Zeit, sich hinzusetzen und zu essen. Somit muss man sich fliegend verpflegen.

4. Fachliche Aufarbeitungsaspekte

Ursachen für dieses «Littering» sind weder die Sackgebühr noch fehlende Abfalleimer, sondern geändertes Konsumverhalten. Dies zeigt eine Studie der Universität Basel. Rund 30 Prozent der Getränkeverpackungen, Take-Away-Schachteln und andere Abfälle landen am Boden anstatt in Abfalleimern.
Die Studie zeigt, dass die Zunahme der liegen gelassenen Abfälle auf ein geändertes Konsumverhalten der Bevölkerung, die vermehrte «fliegende Verpflegung», zurückzuführen ist. Zudem nimmt das Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem öffentlichen Raum ab.

Wirksamkeit von Aufräumaktionen und Schildern: http://www.littering.ch/modules.php?name=News&file=article&sid=32

Littering: Umsetzung für die Schule, vor allem Kaugummi
http://www.muellexperten.de/

Bundesamt für Umwelt: Abfall
http://www.bafu.admin.ch/abfall/index.html?lang=de

Littering- ein gesellschaftliches Problem
http://www.umweltschutz.ch/vglinfo/info_pdf/tu206_la.pdf


5. Umsetzungskonzept MS: „Littering“

Diskussion mit den Kindern:

Bilder zeigen von verschmutzten Landschaften, Kinder sollen über Gefühle reden, die ihnen beim betrachten dieser Bilder hochkommen

Eigenes Verhalten reflektieren, wo werfe ich manchmal selber Sachen weg, warum? Wieso machen das wohl Leute?

Werbung „Abfall im Wohnzimmer“ als Input: Diskussionsrunde mit Schülern: Was will diese Werbung mitteilen, was empfindet ihr beim Betrachten des Bildes? Gefällt es dir?.....

Thema „Tier und Abfall“: weitere Auswirkungen ansprechen: Verletzung oder Tod von Tieren verursacht durch Abfälle

Handelnd:

den Pausenplatz fätzeln, den ganzen Abfall sammeln und auf einen Haufen legen. Was kommt da alles zusammen? Wie entsorgt man den gefundenen Abfall richtig (sortieren)

Schüler gestalten und führen Umfragen durch: z.B Befragung von Dorfbewohner zum Thema Littering. Auswertung der Meinungen,...

6. Überprüfung des Umsetzungskonzeptes anhand der Qualitätsmerkmale des Mensch und Umwelt Unterrichts

Fokus Kind:
Kindgemässheit: Dieses Thema ist den Kindern nahe, da sie selbst Konsumenten sind und tagtäglich Verpackungen verbrauchen.
Lebensnähe: Wir alle sind durch die Verschmutzung durch Abfall in den Städten und Erholungsgebieten betroffen.
Gegenwartsbezug und Zukunftsbedeutung: Die Thematik ist aktuell, weil das Littering im Moment ein grosses Problem darstellt. Für eine gesunde Umwelt in der Zukunft ist es wichtig, dieses Problem anzugehen.

Fokus Sache:
Sachgemässheit: Grundlagen der Unterrichtsideen ist Fachwissen, dass durch verschiedene Untersuchungen gewonnen wurde. So kann auch wirklich dort angesetzt werden, wo das Problem liegt. (Verantwortungsgefühl für Natur)
Multiperspektivität: Das Thema Littering beeinflusst einerseits uns Menschen, aber auch die Lebenswelt der Tiere wird dadurch beeinträchtigt. Durch einholen von verschiedenen Meinungen können verschiedene Perspektiven eingenommen und verstanden werden.
Vernetzung: Wie schon oben erwähnt, hat Littering verschiedene Auswirkungen auf Mensch und Tier. Bei den Umfragen kann der M+U Unterricht mit dem Deutsch und Mathematik- Unterricht verknüpft werden.
Werte- und Sinnorientierung: Durch die Konfrontation mit Bildern soll mit den Kindern in der Diskussion an einer Wertvorstellung gearbeitet werden. Durch die mehrmalige Auseinandersetzung bilden sich die Schüler eine eigene Meinung zur Thematik.

Fokus Lernen:
Exemplarizität: Littering steht exemplarisch für ein Problem, das auf fehlendes Verantwortungsgefühl oder Wertvorstellungen zurückzuführen ist und das angegangen werden muss.
Problemorientierung/exploratives Lernen: Littering ist als Ausgangspunkt ein Problem, das erstens erforscht werden muss und zweitens müssen Handlungsmöglichkeiten erarbeitet werden.
Handlungsorientierung: Kinder fätzeln den Schulhausplatz und sehen dadurch wie unangenehm es ist Abfall von anderen aufzulesen. Zudem wird ihnen bewusst wie viel da zusammenkommt
Originale Begegnung/Realanschauung: Kinder sehen was beim fätzeln alles zusammenkommt, können diesen Abfall sortieren
Prozess und Erlebnisorientierung: Entsorgen den sortierten Abfall in den entsprechenden Sammelbehältern

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