Dienstag, 15. Mai 2007

Vernetzungen

Ich ertappe mich viel, dass ich ein schlechtes Gewissen habe, wenn jemand etwas für mich arbeiten oder erledigen muss. Vielfach ist es auch dann so, wenn ich sogar für die Dienstleistung bezahle. In der Schweiz habe ich nicht so ein Problem damit, als im Ausland. Meiner Meinung nach haben in der Schweiz die meisten Leute ein geregeltes Einkommen und dies unter Berücksichtigungdes Midestlohnes.

Wenn ich jetzt aber im Ausland mir Zöpfe in die Haare flechten lasse und dabei nur 5 Franken zahlen muss, fühle ich mich automatisch schlecht. Obwohl ich mich ja eigentlich über den billigen Preis freuen könnte, habe ich eher Mitleid mit den Menschen und kann meine Freude nicht geniessen.

Das Problem ist, das dies eigentlich überall der Fall ist. Wie ich im ersten Teil beschrieben habe, bekommen die Leute in der CH meistens einen angemessenen Lohn für ihre Arbeit. Wenn ich jetzt aber in einem Einkaufszentrum oder einem Kleiderladen denke, kommen mir zuerst die Verkäuferinnen und Verkäufer hier in der Schweiz in den Sinn. Wer und wo diese Kleider aber produziert wurden, weiss man nur selten. Und das Wichtigste ist, man weiss auch nicht, wieviel diese Leute am Tag verdienen, wenn sie unzählige Kleidungsstücke herstellen müssen. Wie wir wohl alle wissen, nicht allzu viel.

Daraus folgt, dass ich nicht nur im Ausland ein schlechtes Gewissen haben sollte, sondern auch hier in der Schweiz wenn ich einkaufen gehen. Dies könnte ich beheben, indem ich mich bei jedem Kauf über die Herkunft der Dinge informiere. Aber ich denke, dass dies gar nicht möglich ist. Ich finde es schon einen sehr grossen Fortschritt, dass in den Läden zum Teil Produkte angeboten werden, die geprüft wurden.

Der Unterschied zum Ausland ist einfach, dass ich dort sofort der Ungerechtigkeit in die Augen sehe, in der Schweiz aber erst durch Unwegen.

Für unser Thema sind die sozialen Netze von zentraler Bedeutung. Ohne diese geht meiner Meinung nach nichts. ICh denke aber, dass sich die Wichtigkeit dieser sozialen Netze sich in den letzen Jahren sehr verändert hat und meiner Meinung nach abgeschwächt sind.

1 Kommentar:

bionina hat gesagt…

Deiner Sichtweise kann ich zustimmen. Im Ausland ist man sich der Ungerechtigkeit viel schneller bewusst, aber auch unsere Produkte kommen daher. Nur wird dieser Aspekt bei uns, so habe ich den Eindruck, oft unter den Teppich gekehrt.
Andererseits muss man auch sagen, dass man nicht so einfach sagen kann, dass es schlecht ist, wenn jemand fürs Zöpfchen machen "nur" 5 Franken verlangt. Wichtig denke ich, ist es, den Kontext des entsprechenden Land zu beachten, denn in jedem Land herrschen verschiedenen Massstäbe was die Löhne und die Lebenskosten betrifft.Ich denke, jeder sollte mit dem verdienten Geld ein menschenwürdiges Leben führen können. Wenn dies überall erfüllt würde, wäre bestimmt schon vieles verbessert worden.